Damit der Jetlag ausbleibt

Jetlag: Der Zeitunterschied bei Urlaubsflügen bringt viele aus dem Gleichgewicht. Doch man kann das Problem in den Griff kriegen.
Popstar Madonna kämpfte jahrelang mit starker Müdigkeit nach langen Flügen. Heute schwört sie auf ein Patentrezept: "Ich benutze Sauerstoffgeräte zum Inhalieren, wenn mir die Augen zufallen." Nicht jeder mag gleich eine teure Apparatur kaufen, um den Leiden der Zeitverschiebung zu entgehen. Doch mit einigen simplen Tricks bekommen auch normale Urlauber den so genannten Jetlag in den Griff.
Jüngere Menschen erholen sich nach einem langen Flug insgesamt schneller. Auch wer in Richtung Westen fliegt, hat meist geringere Probleme, da längere Tage besser verkraftet werden als zu kurze. Aus demselben Grund passen sich Reisende, die abends lange wach sind, schneller an.
Alle anderen müssen mit den typischen Symptomen des Jetlags rechnen: Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Angeschlagenheit, Depressionen, Kopfschmerzen oder Magenprobleme. Nach neuen Studien ist die Entscheidungsfähigkeit um die Hälfte reduziert, die Aufmerksamkeit sinkt um bis zu 75 Prozent.
Das gilt umso mehr, je länger der Flug dauert, je größer also der Zeitunterschied zwischen Heimat und Urlaubsziel ist. Der Grund ist die innere Uhr des Menschen, die den persönlichen Rhythmus bestimmt. Die Tageszeiten im Reiseland stimmen nicht mit dem eigenen Taktgeber überein, der Körper reagiert verstimmt.
Lange Gewöhnungszeit
Experten gehen von etwa einem Tag Gewöhnungszeit für jeweils eineinhalb bis zwei Stunden Zeitunterschied aus. Für Neuseeland (MEZ plus elf Stunden) bedeutet das: Bis zu einer Woche lang leiden Urlauber unter den Folgen der Zeitumstellung. In Thailand (MEZ plus sechs Stunden) läuft in den ersten drei Tagen kaum mehr, als im Schatten zu faulenzen.
Tipps für Fernreisende in Sachen Jetlag:
- Einige Tage vor dem Abflug die Schlafphasen stundenweise an die Nacht im Urlaubsland anpassen. Wer nach Westen fliegt, geht eine Stunde später ins Bett, bei Reisen nach Osten eine Stunde früher.
- Während des Fluges viel trinken, um den Körper zu entlasten - aber keinen Alkohol und keinen Kaffee. Die Armbanduhr stellt man am besten schnell auf die Zeit des Urlaubslands um, denn wer sich gefühlsmäßig rascher anpasst, bekommt auch die innere Uhr flotter in den Griff. Die Mahlzeiten auch im Jet etwa dann einnehmen, wenn sie im gebuchten Hotel serviert werden. Wer bei Reisen nach Asien oder Australien im Flieger länger wach bleibt, kann am Urlaubsort abends besser einschlafen.
- Hormonpräparate, die den biologischen Rhythmus koordinieren, sind problematisch. Melatonin, in Amerika als Wundermittel beworben, macht müde und kann unter Umständen die Anpassung des Körpers noch erschweren. Man sollte es nur nach Absprache mit dem Arzt verwenden.
- Nach der Ankunft am Urlaubsziel vor allem frische Luft und viel Licht aufnehmen. Gerade Sonnenschein hilft dem Körper, sich rascher einzupendeln. Auch eine gezielte Ernährung hilft: kohlenhydratreiches Essen (Brot, Reis, Erdäpfel, Nudeln, Müsli) am Abend, eiweißreiche Kost (Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch) zum Frühstück. Tabu sind Schlaf- und Aufputschpräparate, die fürs innere Gleichgewicht eher schädlich sind.
- Sonnenbrille: Schlafforscher in Edingburgh wollen nach einem Test mit 1000 Personen herausgefunden haben, dass das Tragen einer Sonnenbrille auf Langstreckenflügen bei der Zeitumstellung hilft. Besonders bei ermüdenden Flügen Richtung Osten, bei denen die innere Uhr versucht, rückwärts zu laufen, verlängert die Sonnenbrille die Morgendämmerung.
Quelle: OÖ Nachrichten
